Donnerstag, 7. Februar 2008

Devenport: The place not to be!

Mittwoch, 06.02.: Nachdem wir in der Nacht noch Possums vor unserem Fenster rumquietschen gehört hatten, verließen wir gegen 10:00h morgens die Cradle Mountains zu unserem letzten Stop auf Tasmanien, der Hafenstadt Devenport. Da das Einchecken in YHAs immer erst nach Mittag möglich ist, der direkt Weg aber lediglich knapp 80 km gewesen wäre, entschlossen wir uns, einen Umweg entlang der Nordküste zu fahren. Nachdem wir dann kurz nach Mittag in Devenport angekommen waren und das Angebot in der örtlichen Touristeninformation geprüft sowie das Stadtzentrum ausgekundschaftet hatten, waren wir uns bereits sicher, dass Devenport nicht gerade der Ort "to be" (dt. "wo man sein muss") ist. Unwissenheit schützt eben vor Strafe nicht...das Hostel hier hatten wir bereits von Cairns aus gebucht, als wir noch gar nicht wussten, was uns auf Tasmanien zu erwaten hatte. So steckten wir fast 2 Tage in diesem verschlafenen Ort, bevor am Donnerstag Abend um 20:00h die Fähre nach Melbourne ablegte. Nichtsdestotrotz versuchten wir einfach das Beste draus zu machen. Absolutes Highlight war unser Roommate (dt. Zimmergenosse) ein 65-jähriger Backpacker aus Alaska, der mit zwei jungen Mädels rumreiste. In der Stadt guckten wir uns den Leuchtturm an und machten uns auf der Suche nach der Hertz Autovermietung am Ferry Terminal. Am Nachmittag hatten wir uns dann "I am legend" mit Will Smith in der Hauptrolle im Kino angesehen. Das örtliche "authentisch, gefakte" (LonelyPlanet) Irish Pub übertrug an diesem Abend wenigstens das Länderspiel Australiens gegen Qatar (3:0), bei dem der Ex-Gladbacher Craig Moore sein Karriereende in der Nationalmannschaft feierte und Socceroos Trainer Pim Verbeeck , ein Co-Trainer unter Dick Advocaat, seinen Einstand gab.

Donnerstag, 07.02.: Am letzten Tag nutzten wir unser Zimmer im YHA bis zur letzten Minute aus. Nachdem wir gegen 10:00h dann dort fast rausgeworfen wurden, entschlossen wir uns entlang der Küste wieder zurück nach Wynyard zu fahren, um die Aussicht vom Table Cape und am Fossil Bluff zu prüfen....doch irgendwie war das auch nichts besonders mehr. Während Oyvind am Nachmittag dann zum Friseur ging, entschloss ich mich "Fool's Gold" im Kino zu sehen, um die Stunden bis zum Einchecken auf der Fähre Spirit of Tasmania zu töten. Nach 1235 km haben wir am Passagier Terminal dann unseren Nissan Pulsar bei Hertz abgegeben. Die Spirit of Tasmania, auf der wir uns für die Nacht einen Oceanview Seat reserviert hatten, lief um 20:00h aus dem Hafen von Devenport aus. Die Überfahrt war wenig spektakulär, da die Fähre überwiegend von Truckern und Motorradgangs als einfaches Transportmittel genutzt wird. Nach einem Film im Theater und einem kleinen Bier in der Main Bar, die absolut nichts an diesem Abend zu bieten hatte, entschloss ich mich dann frühzeitig schlafen zu gehen, was sich aber als nicht ganz so bequem in diesem Sitz erwies.

Dienstag, 5. Februar 2008

Cradle Mountain: Der etwas andere Veilchendienstagszug...

Dienstag, 05.02.: Während in der Heimat Karneval gefeiert wurde, war ich auf Tasmanien, dem wie es auf den Autokennzeichen zu lesen ist "Natural State" Australiens. Dementsprechend waren wir froh, dass sich das Wetter gebessert hatte, um bei unserem beschränkten Zeitplan ein Naturerlebnis im weltweit bekannten Cradle Mountain National Park zu erleben. Da ich vom flachen Land komme und mir Strandurlaub schon immer mehr zugesagt hatte, als Rucksackwanderungen in den Alpen, war ich ziemlich skeptisch, als Oyvind uns in das Registrierungsbuch für die Gipfelbesteigung eintrug. Gegen 10:30h begannen wir somit unsere Wanderung über Stock und Stein vorbei an Gletscherseen, Marions Lookout und über einen Streckenabschnitt des berühmten Overland Track, der durch Tasmanien führt, zum Kitchen Hut. Nachdem mir während der Mittagspause ein gieriges Possum dort das Papier meines Muffins geklaut hatte, brannte es Naturburschen Oyvind in den Nägeln, den Berg zu besteigen. Wo ich schon einmal soweit war, entschloss ich mich ihm anzuschließen und den Aufstieg, der einige Kletterpartien beinhaltete und sicherlich auch nicht ganz ungefährlich war, bis auf 1550 m zu bewältigen. Oben angekommen, konnten wir eine herrliche Aussicht über den Nationalpark genießen und glücklicherweise schafften wir es auch noch vor dem einsetzenden Regen wieder runter. Der Rückweg zum Parkplatz ging etwa zwei Stunden um den Lake Dove, wo sich verschiedene Vegetationsstufen abwechselten. Mal konnte man sich wie in den österreichischen Bergen fühlen, während man schon kurz später wieder im Regenwald stand. Auf dem Rückweg zum Touristpark hatten wir noch das Vergnügen, am Straßenrand einen wilden Wombat zu treffen. Nach der Anstrengung dieses Tages schmeckte selbst das Cascade Light Beer überragend und wir fielen schon gegen 20:00h nur so ins Bett.

Montag, 4. Februar 2008

Coles Bay nach Cradle Mountain: Zwischenstop beim biertrinken Schwein

Montag, 04.02.: Wir hatten mal wieder Glück mit dem Wetter gehabt. Denn während wir gestern, trockenen Fusses unsere Wanderung durchführen konnten, regnete es während unserer 560 km weiten Fahrt von Coles Bay nach Cradle Mountain fast ununterbrochen, was uns aber so ziemlich egal sein konnte. Aufgrund dieser Verhältnisse entschlossen wir uns lediglich den Abstecher nach St. Helens sein zu lassen und direkt zur heutigen Attraktion dem Pub in the Paddock zu fahren, das im Australien-Forum nicht ganz ernsthaft als touristischer Höhepunkt Tasmaniens angepriesen wurde. Nach einem kurzen Aufenthalt in der nahe gelegenen Käserei, wo wir kostenlos verschiedene Sorten testen dürften, standen wir somit pünktlich um 10:30h vor der Kneipe, in der schon erste Gäste aus Western Australia bewirtet worden, um Priscilla, dem Bier trinkenden Schwein seine Morgenration zu verabreichen. Doch Priscilla war sich bei diesem sauwetter zu schade ihren Stall zu verlassen, so dass wir mit ihrem Nachbar vorlieb nehmen mussten, der umso gieriger war. Angelockt vom Geräusch zwei aneinander geschlagener Bierflaschen, stand dieses Tier nun grunzend vor uns und verschlang eine Pulle nach der anderen...irgendwie erinnerte mich das doch an zu Hause, was mich veranlasste, Stefan eine Karte zu schreiben mit dem Vorschlag, dies auch Am Strauch einzuführen. Leider weiß ich nicht, wie ich das dazugehörige Video kleiner kriege...doch die 8 MB Download verspreche ich euch, sind lohnenswert, um die dazugehörigen Geräusche des Schweins wahrzunehmen (Anm.: Alle Rechte vorbehalten! Keine Veröffentlichung in anderen Medien ohne Zustimmung erlaubt!).
Begleitet von dichten Wolken und ein paar Schauern setzen wir danach unsere Reise über "winding roads" (dt. sehr kurvige Straßen) Richtung Westen zum Cradle Mountain National Park fort, wo wir in Mitten schöner Natur für die nächsten zwei Tage in recht einfachen bunk rooms (dt. Raum mit Schlafkojen) des Touristparks einquartiert waren.Als wir am Abend im Gemeinschaftsraum mit zwei Mädels aus Israel zusammen saßen, die uns für den nächsten Tag ein paar Schelchtwetter-Routen empfohlen hatten, schlichen sich plötzlich Possums in die Küche ein, die den Müll plündern wollten. Hätte es sich am nächsten Tag so dran gehalten wie heute, wären wir nach einer kurzen Wanderung am Morgen, schon gegen Mittag weiter nach Devenport gefahren. Doch zum Glück kam alles anders...

Sonntag, 3. Februar 2008

Coles Bay: Hiking on Tasi

Samstag, 02.02.: Da in Tasmanien die Entfernungen im Gegensatz zur Ostküste geradezu lächerlich sind, kann man hier auch mal ruhig einen Umweg über den Süd-Ost Zipfel der Insel nehmen, wo die historische Gefängnisstadt Porth Arthur zu finden ist. Über die Tasmanian Bridge und die A3 sind wir dafür morgens Richtung Süden gefahren, um uns diese ehemalige Strafkolonie und heutiges Freilichtmuseum, die die Geschichte der Insel geprägt hat, anzusehen. Nach einer kurzen geführten Tour und einer Bootsfahrt um die Isle of Dead (Friedhofsinsel) und Point Pure (Jugendgefängnis), hatten wir hier alle Zeit der Welt, die verbliebenen Gebäude und Überreste dieses Ortes zu erkunden. Auf dem Rückweg besuchten wir dann in der Nähe des Ortes Devils Kitchen (dt. Teufels Küche), den es wirklich gibt, noch ein Blowhole und den Fossil Bay Lookout, nachdem wir beim Fotoshop für das Straßenschild "Penguins Crossing" (dt. "Pinguine kreuzen") eine Schlange gesehen hatten. Danach ging es dann weiter nördlich entlang der Küste nach Coles Bay, wobei wir auf dem Weg dorthin auf der Straße und am Straßenrand allerhand Tiere gesehen haben - tod und platt gefahren. Das scheint auf Tasmanien wirklich ein Problem zu sein und wir können uns glücklich schätzen, bei der ganzen Fahrerei nie eine so nahe Bekanntschaft gemacht zu haben. Neben der Schlange haben wir an diesem Tag aber auch noch einen Echidna (australischer Ameisenigel) und ein Wallaby lebend am Straßenrand gesehen. Im abgeschiedenen Coles Bay, dem mit nur wenigen hundert Einwohnern bisher kleinsten Ort unserer Reise, befindet sich das YHA auf einem Big4 Campingplatz. Hier gingen wir am Abend noch Pizza essen, wobei vor dem Restaurant 6 Deutsche und ein Norweger saßen.

Sonntag, 03.02.: Obwohl Oyvind leichte Anlaufschwierigkeiten hatte, war er doch noch motiviert, an der ersten Wanderung durch den Frycinet National Park teilzunehmen. Bei ziemlich bedecktem Wetter, das der sportliche Aktivität aber kein Abbruch tat, bestiegen wir zunächst den Wineglass Bay Lookout, um dann später am Strand umgeben von Wallabies unsere Mittagspause zu machen. Da das Wetter nicht zum Schwimmen einlud und auch der Sand nicht gerade sandig war, entschlossen wir uns, unsere Wanderung nach Hazards Beach fortzusetzen und um den Mount Mayson zurückzulaufen, so dass wir nachher auf eine halbtägige Wanderung kamen, die uns erahnen ließ, warum Tasmanien der "Natural State" genannt wird.

Freitag, 1. Februar 2008

Hobart: Time to relax!

Donnerstag, 31.01.: Unseren 2-tägigen Aufenthalt in Hobart haben wir so ziemlich zur Erholung genutzt. Nachdem wir Donnerstag am Spätnachmittag dort gelandet waren, bezogen wir das 3 km außerhalb des Stadtzentrums liegende YHA, das von einer lustigen Managerin geführt wird, die nach eigener Aussage einem "Mothers United Network" (dt. "Netzwerk vereinigter Mütter) angehört (Zitat: "Didn't your mother tell you that you shouldn't wear a cap when having dinner?"; Dt.: "Hat deine Mutter die etwa nie beigebracht am Tisch keine Kopfbedeckung zu tragen?") und bei der man nur "3 Fragen frei hat". Direkt auffällig war, dass die Mischung von Leuten und die Stimmung im Hostel hier anders als noch an der Ostküste war. Den ersten Abend nutzten wir nur noch zum Einkaufen und Kochen und selbst Oyvind schaffte es, an diesem einen Tag abstinent zu bleiben.

Freitag, 01.02.: Nach 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit in Cairns, kam es mir am nächsten Morgen in der Stadt richtig kalt vor...was vielleicht damit zu tun hat, dass Tasmanien der südlichste Punkt Australiens ist und laut LonelyPlanet Reiseführer damit nahe der Antarktis liegt. Uns blieb noch ein Tag Hobart zu erkunden: Zunächst fuhren wir dazu mit dem Bus in die Stadt, wo wir uns den Hafen, das Salamanca Square mit seinen alten Gebäuden und das recht überschaubare City Centre ansahen - doch irgendwie konnte ich der Stadt nichts abgewinnen. Danach konnten wir bei Hertz unseren Mietwagen abholen: Der Nissan Pulsar war zwar schon ein etwas älteres Modell, dafür hatten wir wieder mal ein kostenloses Upgrade von der kleinsten Kategorie zu einem Mittelklassewagen bekommen. Dafür hatte man wohl versucht uns mit nur einem halb vollen Tank abzuziehen. Mit dem Wagen ging es dann den Mount Wellington hoch, von dem man aus die ganze Stadt überblicken kann. Später fuhren wir wieder in die Stadt, um Fish & Chips zu essen, da Tasmanien für sein gutes Seafood bekannt ist. Nach einer kurzen Erholungspause im YHA ging es am Nachmittag dann in die Botanical Gardens, die sehr schön angelegt sind. Den Abend verbrachte ich zur Vorbereitung der nächsten Tage mit Lesen im LonelyPlanet, während Oyvind noch kurz mit ein paar Deutschen, von denen es auf Tasmanien sehr viele gab, um die Häuser zog.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Cairns: Das Beste kommt immer zum Schluss!

Sonntag, 27.01.: Die lange Fahrtstrecke entlang der Küste von Arlie Beach nach Cairns brachte uns am Nachmittag an das letzte Etappenziel unserer Reise entlang der Ostküste. An unserem ersten Tag mussten wir, da das Angebot an Aktivitäten einfach überwältigend war, im YHA erstmal ausarbeiten, wie wir die letzten Tage hier gestalten wollten. Abends sind wir dann noch ins Woolshed gegangen, wo Backpacker bis 20:30h mit preisgünstigem, guten Essen (Gericht nach Wahl, Nachtisch und Bier für $10) sowie einer anschließenden Happy Hour von 21:00-23:00 (2 for 1 = 2 Pint für $6) gelockt werden. Nach dem Frosch Rennen in Arlie Beach fand hier an diesem Abend ein Goldfischrennen statt. Dazu wurden zunächst Goldfische "internationaler Herkunft" versteigert, um dann vom neuen Besitzer mit einem Strohalm durch ein Wasserbecken gejagt zu werden. Die Stimmung dabei war ganz gut und ausgelassen!

Montag, 28.01.: Bei tropischen Tempraturen und extrem hoher Luftfeuchtigkeit ging es am nächsten Tag nach Mossman Gorge in den 80km nördlich von Cairns gelegenen Daintree Nationalpark, das als eines der schönsten Regenwaldgebiete Australiens bekannt ist. Hier sind wir auf einem Rundweg, der u. a. über eine Hängebrücke führte, durch den dicht bewachsenen Regenwald spaziert und haben uns anschließend in einem der durch Wasserfälle gespeisten, sehr frischen Wasserlöchern des Flusses abgekühlt. Auf dem Rückweg sind wir dann durchs Landesinnere vorbei an Termitenhügeln und entlang einer sehr kurvigen Straße durch die Berglandschaft der Tablelands gefahren. Zurück in Cairns, haben wir am Abend Lambert wiedergesehen, der hier eine Nacht Zwischenstopp hatte, bevor er am nächsten Tag früh morgens wieder fliegen musste. Gemeinsam mit ihm sind wir ins Wooldshed gegangen. Als wir davon genug hatten, sind wir dann mangels auffindbarer oder attraktiver Alternativen ins Irish Pub PJ O'Brien gegangen, wo wir zufälligerweise auch den Dänen unserer Segeltour trafen.

Dienstag, 29.01.: Während Robert einen freien Vormittag zur Erledigung einiger Dinge brauchte und Oyvind einen halben "day-off" nahm, fuhren Thomas, Michi und ich am Vormittag zu den Crystal Cascades, die mir mein Friseur in der Uni empfohlen hatte. Zunächst mal hatten wir, da wir der Wegbeschreibung der YHA Rezeptionistin gefolgt waren, unseren Weg über eine extrem kurvenreiche Straße Straße gesucht, wobei wir am Ende feststellen musste, dass hier nicht die Cascades (dt. Wasserfälle) zu finden waren sondern man vom See, der die Wasserfälle speist, dorthin runterspazieren kann. Da wir dazu aber keine Zeit mehr hatten, sind wir zuück in den Ort und bis zu den Rockpools an den Cascades mit dem Auto gefahren. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte dafür, dass ich schon nach leichten Anstiegen außer Atem war, und so begrüssten wir alle die Abkühlung im natürlichen Frischwasserbecken, das wir an diesem Morgenohne Jellyfish- und Krokodilgefahr für uns ganz alleine hatten. Nachdem wir im Hostel die Holländerin Irene, das Paar und den Schweizer Patrick von der Ragamiuffin II wieder getroffen hatten, ging es mit Raging Thunder zum zweistündigen Rafting im Barron River. Unter professioneller Anleitung unseres Guides Yoshi kämpften wir uns durch die Stromschnellen und gegen die japanische Besatzung unserer gegnerischen Schlauchboote. Yoshi sagte, dass er nach 7 Jahren zwar kein Englisch kann, dafür paddelt er aber wie ein Weltmeister. Ohne "Mann über Bord" haben wir alle kritischen Stellen des Flussabschnitts gemeistert, um das Gefühl aber dann doch noch zu erleben, konnten wir beim "Bodyrafting" mit den Füssen voraus in die Strömung springen. Aufgrund der guten Motorkraft ("good engine") unserer Besatzung waren wir den restlichen Booten immer Voraus, so dass Yoshi die Zeit mit uns für ein paar Späße nutzte. Da wir ohnehin von außen nass wurden, machte es auch nichts, dass es am Nachmittag wieder einsetzte ein bisschen zu Regen, dadurch kam die Atmosphäre in der Regenwaldumgebung nur noch besser zur Geltung. Da auf Robert und mich am nächsten Tag noch ein Highlight warten sollte, war für mich am Abend zeitig Schluss, während die Anderen noch immer nicht genug vom Woolshed hatten.

Mittwoch, 30.01.: Nach dem Tauchgang in der Whitsunday Section des Great Barrier Reefs, hatte ich hingegen das Gefühl noch nicht genug gesehen zu haben und mich daher dazu entschlossen in der nördlicheren Cairns Section nocheinmal ans Great Barrier Reef, das insgesamt 2300 km lang ist und sogar vom Weltall aus gesehen werden kann, zu fahren. Die YHA Angestellte hatte mit ihren Beschreibungen anscheinend auch Robert überzeugt und versprochen, dass uns hier etwas ganz anders erwarten wird. Da man 24 Stunden vor einem Flug nicht tauchen darf, wurde mir die Entscheidung, einen weiteren Tauchgang zu machen von selbst genommen. So fuhren wir an diesem vorletzten Tag um 7:30h zu zweit mit der Passions of Paradise hinaus zu zwei Schnorchelgängen am Michaelmas Cay und dem Paradise Reef. Was wir hier zu sehen bekamen, war umwerfend schön und rückblickend das Highlight der Reise: Am ersten Stop der Vogelinsel Michaelmas Cay stieg ich vom Strand direkt ins Wasser ein, während Robert noch einmal eine 1o-minütige kostenlose Taucheinführung hatte. Zufälligerweise trafen wir uns im so großen Pazifik wieder und schnorchelte hinweg über sogenannte "soft corals" (von uns als Spaghetti Korallen getauft) bei einer Wassertiefe von weniger als 10 Metern. Die Unterwasserwelt hier ist unbeschreiblich: die Korallen haben zig verschiedene Formen und Farben und soviele verschiedene Fischarten gibt es wohl sonst nur im Aquarium zu sehen. Highlight des ersten Spots war das Zusammentreffen mit einer großen Wasserschildkröte, die wir zufällig auf dem Rückweg zum Boot getroffen hatten und der wir dann für eine Weile gefolgt sind. Insgesamt dauerte dieses erste Vergnügen etwa 1,5 Stunden, was mir aber viel kürzer vorkam. Nachdem wir ein leichtes Lunch mit Salaten, Prawns und Brot zu uns genommen hatten, hatte ich schon gar keinen Hunger mehr auf das Hauptgericht...denn irgendwie kribbelte es noch immer nach dem Unterwassererlebnis und ich war froh, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, an diesem Tag einfach ganz entspannt zu schnorcheln und zu gucken. Vor der Weiterfahrt wurden an diesem Ort noch Fische gefüttert, wobei sich u.a. harmlose Reef Sharks (Haiart) direkt um das Segelboot tümmelten. Der nächste etwa 45-minütige Stopp am Paradise Reef, wo das Wasser tiefer ist, war auf offenem Gewässer. Hier fand man bei guter Sicht von 10 - 15 Metern im Gegensatz zum ersten Spot "hard corals", so dass wir an diesem Tag zwei unterschiedliche Riffwelten kennen lernen konnten. Auch hier sahen wir wieder allerhand Fische, u. a. einen orangen Clownfisch mit einem weißen Streifen umgeben von schwarzen Rändern, der zur Familie des berühmten Nemo ("Findet Nemo" spielt im Great Barrier Reef) gehören könnte. Leider konnten wir auch diesmal verwunderlicherweise mit dem Katamaran nicht zurücksegeln, da wir den Wind im Rücken hatten. Gegen 17:30h waren wir dann zurück in Cairns, wo wir den Jungs einiges zu berichten hatten. Zusammen mit Lambert ging es dann zum "letzten Abendmahl" im Apres, wo Robert und Thomas sich ein Aussie Teller mit Emu, Känguru, Krokodil und Baramundi teilten und Oyvind Hai probiert hatte. Auf ein letztes gemeinsames Bier für lange Zeit ging es dann noch einmal ins PJ O'Brien Irish Pub.

Doonerstag, 31.01.: Heute war der Tag der Abreise. In den letzten 3 Wochen hatten wir von Sydney nach Cairns rund 3700 km hinter uns gelassen. Die Jungens aus der Heimat waren, wie nicht anders gewohnt, alle sehr angenehme travelmates, von denen jeder stets seinen Teil zum Gelingen der Tour beigetragen hat. Während sie nun über Brisbane und Hong Kong zurück nach Deutschland flogen, hatten Oyvind und ich noch zwei Wochen Reise vor uns. Von Cairns aus ging es nämlich mit Virgin Blue zunächst für sieben Tage nach Tasmanien, wo wir uns zuvor über YHA Travel ein "Freedom Car Pass & Accommodation" Paket (7 Tage Mietwagen und YHA Multishare Dorms) gebucht hatten.

Samstag, 26. Januar 2008

Whitsunday Islands: Wir lagen vor den Whitsundays und hatten die Pest an Bord...

Donnerstag, 24.01.: Am heutigen Donnerstag startete mit der Umseglung der Whitsunday Islands eines der Tour-Highlights. Dazu hatten wir uns für einen 3 Tage / 2 Nächte Segeltörn auf dem Segelboot Ragamuffin II, das mit 53 ft Länge 15 Schlafplätze bietet und schon am Admirals Cup teilgenommen hatte, eingebucht. Wir waren wohl nicht ganz unschuldig daran, das Skipper Ian bei der Begrüßung festhielt, dass er noch nie so viel alkoholische Erfrischungsgetränke an Bord gesehen hat ("We never had this amount of beer on the boat...."), was aber auch damit zu tun haben könnte, dass nur so wenig Mädels ("...but never had so few girls either") an Board waren. Die Besatzung bestand nämlich neben uns aus Skipper Ian, Matrosen Ben, 3 Engländern, 1 Dänen, 1 Schweizer sowie 3 Holländern (1 Paar und 1 Holländerin).

Für den ersten Tag waren mit 20-30 Knoten gleich starke Winde gemeldet, so dass nach der Ausfahrt aus dem Arlie Beach Marina - während der übrigens Michis "Russenhut" über Bord ging und Oyvind etwas aus dem Gesicht fiel - die Segel gesetzt werden konnten und in ziemlich starker Schräglage, wie man es vom Sportsegeln kennt, Hayman Island angesteuert wurde. Dort gingen wir nach einem vorzüglichen Lunch in der Bucht tauchen, während der Rest der Crew zum Schnorcheln am Strand abgesetzt wurde. Da die Begegnung mit einem Box Jellyfish sehr schmerzhaft sein kann, mussten wir uns vor dem Rendezvous mit dem Tauchboot noch in unseren Stinger Suit zwängen. Die Jungs bekamen eine knapp 10-minütige theoretische Einweisung durch Tauchlehrer Mick ("My office is all the blue area around the boat....and I can throw you out of my office at any time.") und absolvierten ein paar praktischen Übungen am Strand, bevor es dann direkt zu einem etwa 35-minütigen Tauchgang bis auf 8,5 Meter hinunter in die Unterwasserwelt der sogenannten Central Section des Grat Barrier Reefs ging. Nachdem Roberts Kamera im Aquapac Lake McKenzie nicht überlebt hatte, hatten wir uns hierfür eine Einweg-Unterwasserkamera zugelegt.Die farbenfrohen Korallenriffe beheimaten eine Vielzahl von Fischarten und nehmen dabei unterschiedliche Formen wie "Spaghetti" oder "Pilze" an. Aufgrund der hohen Gezeit, die zu Steinwaschungen führte, betrug die Sicht an diesem Tag gerade mal knapp 5 Metern und das Wasser war recht trüb.... dies hatte leider wenig von der Postkartenidylle. Zudem wurde ich bei meinem ersten Tauchgang im Meer vom Lehrer total allein und unbeobachtet gelassen, so dass ich zunächst auch zu viel mit mir selbst und der Ausrüstung beschäftigt war, als es wirklich entspannt genießen zu können. Dennoch war es ein Erlebnis, bei dem es um die Taucherfahrung ging, das ich gerne mit den Jungs geteilt habe. Doch schon jetzt war für mich klar, dass das noch nicht alles von Naturwunder Great Barrier Reef gewesen sein kann und ich war mir sicher in Cairns noch einmal raus zu müssen. Nachdem der Tauchgang schon kurz nach Mittag beendet war, konnten wir uns bei der anschließenden Fahrt mit Motor statt Segel um die Vernichtung der Konserven kümmern. Den Abend und die Nacht verbrachten wir unter sternenklarem Himmel geschützt vor Winden in einer Bucht. Während Robert die Eroberung einer unbesiedelten Insel versuchte, die aber kläglich scheiterte, da er keine Fahne mitgenommen hatte, berichtete Skipper Ian an diesem Abend wieder von starken Winden, die den Besuch von Whitehaven Beach am nächsten Tag unmöglich machten. Stattdessen war der Plan auf die Millionärsinsel (u. a. Nicole Kidman) Hamilton Island zu fahren, um dort den Tag in der riesen Poollandschaft des Resort zu verbringen.

Freitag, 25.01.: Nach dem Aufstehen aus der Koje folgte direkt der Sprung ins erfrischende Wasser. Auch an diesem Morgen fuhren wir, obwohl wir einen Segltörn gebucht hatten, wieder mit voller Motorkraft, statt die Segel zu setzen. Ob unsere Besatzung nur zu faul zum Segeln war oder es aufgrund der Windverhältnisse wirklich nicht möglich war, mag ich nicht zu beurteilen. So konnten wir jedoch ganz entspannt die Sonne auf Deck genießen und dabei die Inselwelt, die aus insgesamt 74 Inseln besteht, beobachten. Im Hafen von Hamilton Island, wo es nach unserer Ankunft erstmal wieder Lunch gab, sah unsere Segelyacht neben den riesen Millionärsbooten schon ganz schön mickrig aus muss man zu geben. Auf der Insel dienen überwiegend Golf Buggies als Fortbewegungsmittel. Wir ließen uns aber zunächst vom kostenlosen Bus über die Insel zu Lookouts chauffieren, um dort die herrliche Aussicht über die Whitsunday Islands zu genießen und Fotos zu schießen. Anschließend ging es zum Main Resort an den Pool, wo ich nach 6 Monaten in Australien gelernt habe, dass australische Banknoten aus Plastik und daher geeignet zum Schwimmen und Surfen sind. Das Bild mit dem Pool, der im Meer zu enden scheint, ist katalogreif und ich hätte bisher nicht gedacht, an solche Orte kommen zu können. Am Abend stand dann auf dem Boot zum Dinner BBQ an...das Essen an allen Tagen war übrigens sehr gut und man brauchte sich weder um die Vorbereitung noch den Abwasch mit zu kümmern. Nachdem wir an Deck den Sonnenuntergang beobachtet hatten, Kakadus gefüttert worden und wir wieder einen sternenklaren Himmel über uns hatten, war es Zeit für Oyvinds großen Moment: Als um den Steg ein ganzer Schwarm kleiner Fische schwamm, fiel uns nämlich auf, dass diese bei Blitzlicht aus dem Wasser springen. Einer dieser kleiner Fische sprang dabei auf den Steg, den ich roh an den Fischliebhaber Oyvind präsentierte, der ihn lebend verschlang, während die Schwanzflosse noch in seinem Mund wackelte. Das Nachtleben auf Hamilton Island war wenig beeindruckend: In der Taverne fand man ein paar Seebären beim Billard oder an Spielmaschinen und in dem örtlichen Club ging es erst nach 24:00h zur Sache, nachdem die ganzen Resortangestellten Feierabend hatten.

Samstag, 26.01.: Australia Day verbrachten wir zunächst auf hoher See, wo wir am Morgen bei ruhiger See endlich noch einmal die Segel setzten, um Daydream Island anzusteuern. Dort angekommen, hatten wir einen zweiten Schnorchelgang entlang des Strands und der Felsen. Auch hier konnten wir wieder inmitten bunter Fische schwimmen, wenn diese auch nicht in großer Anzahl zu finden waren. Nach einem letzten Lunch an Board schipperten wir dann mit Motorkraft gemütlich zurück nach Arlie Beach. Beim Frühschoppen konnten wir unseren Blick über die Inselwelt schweifen lassen und dabei die intensiven Sonnenstrahlen genießen. Gegen 16:00h waren wir zurück in Arlie Beach, wo wir uns wieder für eine Nacht im YHA einquartiert hatten, bevor es dann morgen weiter nach Cairns ging. Southern Cross hatte im Beaches einen Tisch bestellt, an dem wir uns zum Abschluss am Abend nochmals zum Dinner trafen. Da Michi und ich uns zum Fahren der langen Strecke bereiterklärt hatten, konnten wir dabei wenig vom Freibier profitieren. Dass Australia Day war, konnte man nicht übersehen: Überall liefen Leute mit Fahnen, Trikots, Gesichtsbemalungen, lustigen Hüten oder sonstwas rum und waren dabei meist richtig dicht. So wie es bei uns während der Weltmeisterschaft im Sommer 2006 aussah, feiern die Aussies jedes Jahr ihr Land. Beim "Frog Race" (dt. Krötenrennen) hatte Oyvind mit seinem "Norwegian Viking" den zweiten Platz hinter dem Engländer Karl belegt.

Alles in allem war es schon ein Highlight: Einfach mal drei Tage zurücklehnen, die Sonne sowie Aussicht auf den Nationalpark Whitsunday Islands genießen, während man Skipper Ian und Matrose Ben für sein gutes Geld die Arbeit machen lässt. Die Gruppe war mit 13 Leuten recht überschaubar und ganz nett. Ein wenig enttäuscht war ich jedoch schon davon, dass wir auf einem 3-tägigen Segeltörn nur so wenig gesegelt sind und einen ganzen Tag auf dieser Resort Insel verbracht haben, wofür man nicht unbedingt eine Segelyacht braucht (Hamilton Island hat einen eigenen Flughafen). Als uns die Norwegerinnen im YHA dann noch berichteten, dass sie es am selben Tag - wenn auch mit einem größeren Boot - nach Whitehaven Beach geschafft hatten, war es dann noch etwas ärgerlicher, dass wir statt an einem Naturwunder in diesem Kommerztempel waren. Doch auch das Erlebte gab keinen Anlass, sich zu beschweren! Der Tauchgang war als Gruppenerlebnis nett, aber nach den Berichten und Bilden vom Great Barrier Reef hatte ich hier eigentlich mehr erwartet, so dass es mir in den Flossen kribbelte nach Cairns zu kommen...

Donnerstag, 24. Januar 2008

Arlie Beach: Schnaps das war sein letztes Wort!

Dienstag, 22.01.: Nach den Erlebnissen auf der Krokodilfarm machten wir uns auf die mehr als 500 km lange Piste nach Arlie Beach, wo wir am Abend nach einer Abkühlung im Pool das Nachtleben erkundeten. Arlie Beach ist ein typischer Touristenort, der als Ablegestelle zu den Whitsunday Islands dient. Die Atmosphäre in der Beaches Bar erinnerte mich stark an den Mega Park auf Mallorca, wenn es auch etwas gesitteter hier zur Sache ging. Nach dem Besuch des Irish Pub stand unserem englischen Mitbewohner eine unruhige Nacht bevor, die mich ebenfalls an Vorfälle auf Mallorca erinnerte.

Mittwoch, 23.01.: Am nächsten Tag stand der Check-In bei Southern Cross Sailing Adventures an, wo man wohl spätestens nachdem der sonst so robuste Norweger dreimal vom Stuhl gefallen war und eine Bestellung von 6 Kartons Bier aufgegeben wurde, wusste was von uns zu erwarten war. Der restliche Trupp hat nahezu klaren Kopf und entschloss sich dazu, während des Segeltörns zu tauchen. Während ich im November dafür den Schein gemacht hatte, konnten die Jungens den Einführungstauchgang ohne Erfahrung buchen. Den Rest des Tages nutzten wir zur Erholung in Arlie Beach, wo wir am Abend ein opulentes BBQ zubereitet hatten. Die restlichen Jungs hatten am Vorabend bzw. Oyvind (Bundaburg Rum) auch über Tag noch nicht genug bekommen und sind noch einmal ins Beaches gegangen, während ich es vorzog für den Segeltörn ausgeschlafen zu sein.