Sonntag, 25. November 2012

Coastal Walk Wattamolla - Little Marley Beach

Ende November hatte ich mit der YHA Social & Outdoor Activity Gruppe an einem Walk im Royal Nationalpark südlich von Sydney teilgenommen. Es war das erste mal, dass ich mit dieser Gruppe etwas gemacht habe und so traf man auch mal etwas andere Menschen - ein bunter Altersmisch von Australiern und Leuten, die teilweise auch schon länger hier lebten.  
 
Auf dem Weg zur Bahnstation Town Hall, wo ich Jacqueline und Lyn traf, sah ich im Darling Harbour an diesem Morgen den Start eines Wohltätigkeitslaufs, bei dem alle Teilnehmer in Nikolauskostümen unterwegs waren. Das war schon ein skurriles Bild.
 
In Waterfall trafen wir den Rest der Gruppe und fuhren von dort aus dann mit andere Gruppenmitglieder mit PKWs in den Nationalpark. Unter Führung des Organisators Ian  unternahmen wir den 8 Kilometer langen Coastal Walk von Wattamolla zum abgeschiedenen Little Marley Beach.
 
Die Wanderung führte vorbei an einem Rockpool und durch den Busch dann an die Steilküste. Die zwischenzeitige Abkühlung im Wasser am einsamen Little Marley Beach kam bei dem heißen Wetter recht gelegen. Während unseres Picknicks bekamen wir dort Besuch von einem Guana, einer etwa ein Meter langen Echse. Leider war ich aber nicht schnell genug, um ein Foto von dem Tier zu machen.   

 

Sonntag, 11. November 2012

Heimaturlaub in Deutschland

Genau ein Jahr nach meiner Einreise verließ ich Australien am 28. Oktober wieder - diesmal jedoch mit der Gewissheit schon bald wieder zurückzukehren. Nach 14 Monaten Down Under stand Anfang November ein zweiwöchiger Heimaturlaub in Deutschland an.  

Die Wiedersehensfreude war nach so langer Zeit bei allen sehr groß und die zwei Wochen in der Heimat waren recht vollgepackt. Meine Eltern gönnten mir die nötige Erholung von der Metropole Sydney im ländlichen Waldenrath. Natürlich war es schon irgendwie komisch wieder dort zu sein, viel verändert hatte sich aber eigentlich nicht. Gemeinsam mit meinem Bruder Mike und Karsten war ich beim Pokalspiel der Borussia gegen Fortuna Düsseldorf, bei dem wir uns trotz zahlreicher Chancen in der ersten Halbzeit leider später in der Verlängerung geschlagen geben mussten. Vorab hatte Mike mir zum Geburtstag auch einen Tag in der Skihalle Landgraaf geschenkt. Der Tag wurde mit einem vorweihnachtlichen Fondue Essen - das normalerweise bei uns immer am Heilig Abend stattfindet - gekrönt. 
 
Bei der Hochzeit von Daniel & Susanne in Siegen hatte ich die Gelegenheit, alle unsere gemeinsamen Freunde von der Schule und den Kegelclub wiederzusehen. Zur Hochzeitsfeier waren Robert, Michi und Thomas auch schon einen Tag früher angereist, so dass wir bei den Funkens gemütlich unser Wiedersehen feiern konnten. Der Kegelclub hatte seinen letzten offiziellen Auftritt bei der Hochzeit. In voller Besatzung mit Kind und Kegel sangen wir bei der Hochzeitsfeier "An Tagen wie diesen". Danach wurde am Sonntag die Kasse aufgelöst, so dass eine Ära zumindest formal zu Ende geht. Aber unsere Freundschaft besteht hoffentlich noch lange!
 
Besonders Spaß hatte auch das Wiedersehen mit meinem Patenkind Ida bereitet. Das war so als wäre ich gerade mal kurz in Urlaub gewesen. Die Koala und Känguru Rucksäcke kamen bei den Kleinen gut an. Einige Freunde  interessierten sich auch mehr für das, was ich im letzten Jahr so erlebt hatte, und luden mich zu sich ein, um ihnen von meinem "Neuen Leben" als "Auswanderer" zu berichten und Fotos zu zeigen.
 
Nach zwei Wochen hieß es dann wieder Abschied nehmen. Bis zum nächsten Besuch werde ich voraussichtlich nicht so lange auf mich warten lassen. Ich hatte eine schöne Zeit in der Heimat mit meiner Familie und Freunden, freute mich aber auch auf eine Rückkehr ins sommerliche Sydney zu meinen Leuten hier.

Montag, 15. Oktober 2012

Blue Mountains: Blackheath Cliff Top Track Walk

Trotz Frühling gab es Ende letzter Woche noch einmal leichten Schneefall in den Blue Mountains. Hiervon ließen Bart, Björn und ich uns aber nicht abschrecken und schlossen uns Sonntag den Sydney Explorern für eine ursprünglich geplante 14 Kilometer lange Wanderung in den Blue Mountains an.
Am Sonntag Morgen nahmen wir den Zug von Central nach Blackheath. Dabei stellte ich fest, dass eine fast 2,5 stündige Zugfahrt hin und zurück gerade mal $0,80 teurer ist als ein Ticket zur Arbeit in Macquarie Park. Verrückt!

Von den über 80 Leuten, die sich für den Walk angemeldet hatten, waren ca. 50 Bushwalker dann auch gekommen. Dennoch viel es schwer die Gruppe beisammen zu halten, da der Guide ohne Rücksicht auf Verluste sein Tempo vorgab und schon nach kurzer Zeit keiner mehr wusste, wer denn gerade an der Spitze der Gruppe war.
So kam es dazu, dass wir nach einem kurzen Stopp an einem Lookout mit einem Teil der Gruppe eine kleine Detour einlegten, als wir statt dem Clifftop Walk zu folgen hinunter ins Tal abstiegen. Vor dem Schild, das auf einen 8-stündigen harten Walk hinwies, standen gerade andere Bushwalker, als wir dort vorbeigingen und in der Gruppe ignorierten wir dies einfach. Doch schon beim Abstieg kamen mir Zweifel, da ein Cliff Track dem Namen nach eher oben am Cliff entlang führen sollte.
Als wir am Fuße eines Wasserfalls angekommen waren, kamen uns drei Asiaten entgegen, die von ihrem fünf Stunden langen recht mühsamen Weg berichteten und eine Nationalpark Karte dabei hatten. Spätestens jetzt wussten die meisten von uns, dass wir wohl die falsche Abzweigung genommen hatten. Doch die Aussicht auf den Wasserfall von unten sowie das dichte Grün im Tal und entlang des Cliffs im feuchten Regenwald belohnten den Umweg.
 
Nachdem wir wieder auf den ursprünglichen Weg zurück gefunden hatten, trennten Susan, Bart, Björn und ich uns von der restlichen Gruppe und folgten nun dem Cliff Top Track. Am Evans Lookout wurden wir mit einem beeindruckenden Ausblick über das Grose River Valley belohnt.
Wir setzten unsere Wanderung in zügigem Tempo fort, um Zeit aufzuholen und waren so nach etwa fünfstündiger Wanderung wieder zurück in Blackheath, wo wir im örtlichen Pub erst einmal ein kühles Bier genossen, bevor wir wieder die Heimreise mit dem Zug antraten.

A-League Sydney FC vs Newcastle Jets 2:3

Am vergangenen Samstag war ich endlich mal wieder im Stadion zum Fußball gucken. Als Lokalpatriot unterstütze ich natürlich den Sydney FC, der an diesem Tag im NSW Derby gegen die Newcastle Jets antrat. 
Dieses war das erste Heimspiel des italienischen Altstars Alessandro Del Pierro, der nicht dem Ruf des Geldes in einen Wüstenstaat gefolgt ist, sondern unbedingt in das schöne Sydney wollte, um hier den Fußball weiterzuentwickeln und populärer zu machen. Mit 35,000 Zuschauern - darunter natürlich viele Italiener - war das Interesse an diesem Spiel auch sehr hoch, es bleibt aber abzuwarten, ob dies von Dauer ist oder die Modefans schon bald ausbleiben.
Ursprünglich wollten Björn und ich mit einer Meetup Gruppe hingehen. Nachdem wir die Gruppe vor dem Anstoß in einer Sportsbar am Stadion getroffen hatten, entschieden wir uns dann aber doch lieber, Plätze in der Nähe der Fankurve, der sogenannten Cove, einzunehmen, um näher am Geschehen dran zu sein. Die Stimmung beim Fußball ist deutlich besser als beim AFL, was wohl auch durch die vielen Fans mit europäischen Wurzeln kommt, die in der Fankurve stehen.
Das Spiel endete 2:3 und war damit sehr torreeich. Alessandro Del Piero hatte einen Freistoß zum zwischen zeitigen 1:1 direkt verwandelt. Vor allem die letzten 30 Minuten waren recht unterhaltsam, wo dann auch die Stimmung auf die Sitztribüne neben der Kurve überschwappte.

In dieser Saison werde ich hier sicher noch ein paar mal ins Stadion gehen. Davor habe ich aber das Vergnügen in etwas mehr als 2 Wochen beim Pokalderby Fortuna Düsseldorf gegen Borussia Mönchengladbach live vor Ort dabei zu sein. Das wird die längste Anreise zu einem Auswärtsspiel, die ich wohl je haben werde...

Samstag, 6. Oktober 2012

Labour Day Wochenende in Port Stephens

Am letzten Montag wurde Labour Day (Tag der Arbeit) in NSW gefeiert, so dass wir ein langes Wochenende hatten. Wir nutzten die Gelegenheit, um der Stadt zu entfliehen und das sonnige Frühlingswochenende in Port Stephens zu verbringen, wo ich Anfang des Jahres schon einmal mit Franjo, Charlotte und Co. war.

Nach den positiven Erfahrungen beim letzten Besuch, hatte ich diesmal wieder das Melaleuca Backpackers am One Mile Beach vorgeschlagen. Insgesamt waren wir mit 12 Leuten unterwegs: Caroline, Simran, Fatma, Melissa, Fiona, Jason, Michel, Björn, Calvin, Bart, Pierre und ich - ein bunter Haufen aus Amerika, Indien, Frankreich, Hong Kong, Deutschland, Neuseeland und Holland.
 
Bei Europcar am Novotel hatten wir uns einen Hyundai i30 für dieses Wochenende gemietet und machten uns Samstag Morgen früh auf den Weg von Sydney nach Nelson Bay. Dort trafen wir an der Shoal Bay auf Jason und Michel, die schon am Vortag angereist waren, und machten zunächst einen Walk zum Tomaree Head von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Bucht und den Fingel Spit hatte. Danach gab es erstmal den Fisherman's Basket im besten Fish Chips Laden New South Wales.
Am späten Nachmittag trafen wir am Hostel auf die Mädels, die den Tag am Strand verbracht hatten, und machten ein BBQ im Garten des Hostels. Wie beim letzten Besuch kam auch diesmal wieder ein Possum zu Besuch, um die Reste vom Grill abzuschlecken. 
Am nächsten Morgen entschieden wir uns, eine Kombitour zu buchen und zunächst einmal auf den Dünen am Stockton Beach Sandboarden zu gehen und danach mit einem Boot raus auf das Meer zu fahren, um Delfine und Wale zu beobachten. Port Stephens ist Heimat einer Delfinkolonie, so dass man hier immer sehr gute Chancen hat, Delfine zu sichten. Die Wale wandern gerade mit ihren neugeborenen Kälbern von den warmen Gefilden in Queensland Richtung Süden. Leider hatten wir an diesem Nachmittag aber kein Glück und bekamen keine Wale zu Gesicht, dafür sahen wir aber Delfine und Seelöwen und erhielten einen Gutschein, um am nächsten Tag noch einmal teilzunehmen. Nach dem nächsten BBQ spielten wir am Abend im Hostel Monopoly sowie ein Kartenspiel, das Calvin uns beigebracht hatte. 
Den nächsten Tag ließen wir zunächst ruhig angehen und verpassten die erste Bootstour. Jason, Linda, Simran, Fatma und Fiona gingen Rochen und Haie füttern in einer Art Aquarium. Mir war das zu touristisch, so dass ich lieber die Sonne draußen auf der Bank mit dem Rest der Gruppe genoss. Nach einem Abstecher zum One Mile Beach nahmen wir am späten Nachmittag noch einmal an einem Wale Watching Cruise teil. Diesmal hatten wir auch das Glück, ein Muttertier und ein Kalb zu sehen. Bei meinen bisherigen Walbeobachtungen in Perth und Neuseeland hatte ich immer "nur" Wale an der Wasseroberfläche beim Atmen gesehen oder ihre Flossen beim Eintauchen. Jetzt sah ich zum ersten mal ein Kalb aus dem Wasser springen, wie man es aus Naturfilmen kennt. Auf unserer Fahrt zurück in den Hafen verfolgten Delfine unser Boot, die scheinbar Spaß daran hatten, ein Rennen mit uns auszutragen.
Rundum war es wieder ein schönes, erlebnisreiches Wochenende mit Leuten, die inzwischen hier zu meinen Freunden geworden sind. Wann immer jemand eine Aktivität oder einen Ausflug vorschlägt, findet man eigentlich immer jemanden, der dafür zu begeistern ist. Das ist echt toll! Klar ist es (noch) anders als mit meinen Freunden in der Heimat, die ich seit Jahren kenne und mit denen ich viele tolle Erlebnisse hatte. Aber das kann sich noch weiter entwickeln... Mir ist bewusst geworden, dass ich in weniger als einem Jahr hier in Sydney mehr Leute kennengelernt habe als in Lübeck in den 3 Jahren zuvor. Das liegt sicherlich daran, dass Sydney einem mehr Möglichkeiten bietet und ich hier eine deutlich bessere Work-Life-Balance gefunden habe. Aber ich denke, dass ich mich auch persönlich verändert und an das neue Umfeld angepasst habe.

Eine nächste Tour ist bereits in Planung. Voraussichtlich gehen wir zwischen Weihnachten und Neujahr mal wieder auf Reise...

Donnerstag, 27. September 2012

Heimaturlaub

Ein Jahr nach meiner Ankunft in Australien werde ich das Land wieder verlassen... Diesmal aber MIT einem Rückflugticket! Obwohl ich kein Heimweh habe und ich mich eigentlich auch nicht urlaubsreif fühle, steht Ende Oktober Heimaturlaub in Deutschland an. 

Inzwischen bin ich seit über einem Jahr am anderen Ende der Welt unterwegs und dachte mir, dass es schön sei mal wieder vorbeizuschauen, Familie und Freunde zu treffen, ein Fußballspiel im Stadion zu sehen und an der Hochzeit von Daniel & Susanne teilzunehmen.

In nur einem Monat geht die Reise los...

Dienstag, 11. September 2012

Festival of Winds

Am letzten Sonntag fand das "Festival of Winds" statt, bei dem der strahlend blaue Himmel über Bondi Beach von bunten Drachen belagert wurde. Darunter waren auch ein paar riesige Exemplare, u.a. ein Wal und Quallen.
Das war nicht nur ein tolles Bild für kleine Kinder. Sobald in Sydney ein Festival stattfindet - davon gibt es während des Jahres recht viele - und dann auch noch die Sonne scheint, hat man das Gefühl, dass die ganze Stadt auf den Beinen ist.

Die frische Seeluft tat auch gut, da am Tag zuvor Fabian's Abschieds Pub Crawl stattgefunden hatte. Jason hatte dazu wieder eine Route erstellt, die uns in verschiedene Bars im Stadtteil Glebe geführt hatte. Inzwischen hat sich über Meetup ein kleiner Freundeskreis gebildet, mit dem wir auch außerhalb immer mal wieder was unternommen haben. 

Fabian kannte ich schon aus Perth und er war seit Anfang Februar in Sydney. Er hat dazu beigetragen, dass ich mich hier inzwischen richtig wohl fühle nach den leichten Anlaufschwierigkeiten zu Beginn. Er wird zunächst einmal zurück nach Deutschland gehen, um dort die nächsten beruflichen Schritte zu machen, da es für (Psychologie-) Absolventen im australischen Arbeitsmarkt dann wohl doch etwas schwieriger ist.

Mein ehemaliger Kollege Björn hat übrigens inzwischen auch einen Job in der Marktforschung in Sydney (bei der Konkurrenz) gefunden und der Amerikanerin Caroline wurde ein 457 Visum angeboten. Bei ihnen wird der Aufenthalt dann wohl hoffentlich etwas länger dauern.

Freitag, 24. August 2012

Winter down under

Eigentlich schreibe ich ja ungern über das Wetter. Aber in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass der strahlend blaue Himmel im Winter echt gute Laune macht! Diese positive Erinnerung hatte ich damals aus Perth mitgenommen und der Wunsch danach hatte sicher auch mein Fernweh getrieben. Auch jetzt fühle ich wieder, wie positiv sich das gute Wetter auf meine eigene Stimmungslage auswirkt. 

Wenn ich morgens früh dran bin, schlender ich durch den Darling Harbour zur Arbeit und setze mich dort ein paar Minuten auf die Holztreppen ans Wasser mit Blick auf die Skyline und die große Australien Fahne, um Sonne zu tanken, die morgens um 8:20 Uhr über den Wolkenkratzern der Stadt steht und schon gut wärmt. In der Mittagspause nehme ich mein Essen mit in den Park, um dort unter Palmen zu essen.

Mein Trainer sagte mir letztens, dass ich nicht wie jemand aussehe, der gerade viel Stress hat. Mein Mitbewohner Edward meinte gestern, dass ich glücklich aussehe, als ich genüsslich meine Mandarine aß. Und meine Eltern sagten beim Skypen, dass man sieht, dass es mir gut geht. In der Tat fühle ich mich gerade zufrieden und entspannt hier. Es lässt sich aushalten...

Ian Thorpe Aquatic Centre

Seit diesem Monat bin ich wieder Mitglied in einem Fitnessstudio. Die Sportbegeisterung während der olympischen Spiele in London sowie der bevorstehende Sommer haben mich dazu motiviert, doch mal wieder etwas aktiver zu werden.


Im Ian Thorpe Aquatic Centre gab es ein "10 Besuche für $10" Angebot, so dass ich das Studio erstmal austesten konnte. Das Centre bietet neben dem Fitnessbereich und Gruppenkursen, ein Olympia-Schwimmbecken mit 50 Meter Bahnen sowie Dampfbad und Sauna. Die Sportstätte liegt im Stadtteil Ultimo nur etwa 5 Minuten von meiner Wohnung entfernt, so dass ich dort gemütlich nach dem Feierabend hingehen kann. Gut ist auch, dass man hier nicht einmal einen Vertrag unterschreiben muss, sondern einfach seinen Beitrag vierzehntägig bezahlt.

Letztens hatte ich eine recht unterhaltsame Einweisung mit Trainer Chris, der Wert darauf legt, dass man sich von dem Fitnessgehabe nicht einschränken lässt, sondern rät, das Leben zu genießen, wozu auch ein richtig gutes Essen nach dem Training und das Freitag Abend Bier gehört. So etwas habe ich bisher noch von keinem Trainer zu hören bekommen.

Freitag, 3. August 2012

457 Visum granted!

Als ich heute Morgen auf der Arbeit den Computer hochgefahren hatte und meine E-Mails abrief, las ich folgenden Satz meines Einwanderungsberaters Motomu von Fragomen:

"Dear Mario, I am pleased to advise that you have been granted a Subclass 457 visa. It is valid until 2 August 2016."

Was für ein Moment! Am liebsten hätte ich gleich wieder die Griffel fallen gelassen, um gegen 8:45 Uhr in die nächste Kneipe zu gehen. Doch das passte leider nicht! Auf dem Heimweg gingen mir Gedanken durch den Kopf, wie ich es eigentlich bis hierhin geschafft habe.

In Deutschland hatte ich viel in Foren gelesen, dass es möglich ist innerhalb des Work and Holiday Jahres einen Sponsor zu finden, und vor Ort habe ich dann auch öfter Leute getroffen, denen das gleiche Schicksal widerfahren ist. Nun bin ich einer von ihnen...

Allen, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben und auch die Freude über das Visum mit mir teilen, sage ich an dieser Stelle ein großes Dankeschön!

Mittwoch, 1. August 2012

Borussiaroos

Zum 112. Geburtstag der Borussia habe ich heute offiziell den ersten Borussia Mönchengladbach Fanclub in Australien ins Leben gerufen.

Bei Bundesliga Fans Australia wurde bisher kein Gladbach Fanclub gelistet, so dass ich mich nach der glorreichen letzten Saison der Sache angenommen habe, nachdem ich nun auch Gewissheit hatte, hier etwas länger im Land zu verweilen.
In den letzten Monaten hatte ich 9 Borussia Fans im ganzen Land ausfindig gemacht, die 14.000 bis 16.500 Kilometer fernab des Borussia Parks die schwarz-weiß-grünen Farben auf dem roten Kontinenten tragen. Unser Club umfasst derzeit insgesamt 9 Mitglieder - 4 in Melbourne, 2 in Perth, 1 in Sydney und 2 Work and Holiday Maker, die gerade in Darwin sind. Aber ich bin mir sicher, dass es noch mehr da draußen gibt...

Unser Logo zeigt die Borussia-Raute im australische Nationalwappen. Die Raute wird von einem Emu und einem Kangaroo, dem australischen Nationaltier, gehalten. Im Landeswappen wurden beide Tiere gewählt, da sie typisch für Australien sind und sich nicht rückwärts fortbewegen können. Das soll den Fortschritt und die Vorwärtsgewandtheit Australiens unterstreichen und trifft hoffentlich auch auf die Zukunft unserer Borussia zu. In diesem Sinne auf eine erfolgreiche Saison!

Samstag, 28. Juli 2012

Alltag Down Under


Es ist ganz schön ruhig geworden hier. Schon wieder ist fast ein Monat vorbei und ich sehe gerade, dass ich diesen Monat noch gar nichts hier geschrieben habe. Das liegt wohl daran, dass mehr oder weniger der Alltag seinen Einzug gehalten.

In der letzten Zeit ist mir auch aufgefallen, dass ich mich richtig angekommen fühle in der Stadt, was man an vielen verschiedenen Kleinigkeiten festmachen kann, so zum Beispiel wenn ich...
  • ...mitten auf George Street im Feierabendtrubel zufällig an der Ampel eine Bekannte aus einer Meetupgruppe treffe
  • ...draußen beim Löwenbräu am Sonntag Nachmittag sitze und dann plötzlich Lisa, die mit uns in Port Stephens war, sich dazugesellt und von ihrer Reise entlang der Ostküste erzählt
  • ...den Verkehr so lesen kann und die Ampelschaltung kenne, dass ich weiß, wo ich das Rotlicht getrost ignorieren kann, während die Touristen noch immer warten
  • ...im Foodcourt von der chinesischen Bedienung mit einem freundlichen Lächeln als Stammkunde wieder begrüßt werde und sie meine bevorzugten Speisen schon kennt
  • ...beim koreanische Friseur dem Scherenkünstler keine Anweisungen mehr geben brauche
  • ...sonntags Abend ins Irish Pub zur Live Musik gehe und die Band weiß, dass gleich von unserem Tisch aus die Stimmung überschwappen wird
  • …mich wieder nach einem Fitnessstudio in der Gegend umschaue und ins Ian Thorpe Aquatic Centre zum Probetraining gehe.
Das mag sich zwar alles ziemlich banal anhören, aber mit der Gewissheit über das Sponsorship und die Vertragsverlängerung bei Nielsen fühlt es sich schon gut an, wieder etwas mehr gesettelt zu sein, auch wenn ich weiß, dass ich es mir hier nicht zu bequem machen darf.

Trotz Winter, der sehr angenehm ist (Vorhersage für die nächsten Tage 17-20 Grad) ist bisher auch keine Langeweile aufgekommen. Mit Jacqueline, Kin und Fabian war ich jetzt zweimal an der Macquarie University beim Badminton zur Social Session. Im Kino haben wir uns in den letzten Wochen TED und Spiderman in 3D angesehen. Gestern habe ich an einem Buschwalk von Thornleigh nach Hornsby teilgenommen. Heute hatten wir ein BBQ im Pyrmont Point Park, wo wir auch Frisbee gespielt haben.

Daneben gibt es auch wieder Neues aus der Kategorie "Kommen und Gehen". Meinen ehemaligen Ipsos Kollegen Björn, der mir dort die letzten 1,5 Jahre im Büro gegenüber saß, hat es nun auch von der grünen Insel im Osten namens Neuseeland hierher verschlagen. Da meine Vermieterin Brenda uns letzten Mittwoch leider verlassen hat, um nach Shanghai zu ihren Eltern zurückzukehren, ist Björn jetzt erst einmal vorübergehend bei uns eingezogen.

Mein Travelbug ist gerade ziemlich beruhigt. Mal schauen, ob ich bald noch einmal einen Wochenendtrip unternehmen werde. Noch spiele ich mit dem Gedanken, diesen Winter mal in das Skigebiet Snowy Mountains zu fahren, um mir davon mal ein Bild zu machen...

Samstag, 30. Juni 2012

Winter Wochenende in Sydney

Leider standen an diesem Wochenende wieder zwei (zumindest vorübergehende) Abschiede an. Am Freitag Abend wurde die Französin Raphaelle verabschiedet, die ich beim ersten Meetup der Sydney Newcomer kennengelernt hatte. Sie wird jetzt erst einmal entlang der Ostküste Richtung Cairns reisen.  Leider verlässt auch unser Aussie mate Michael Sydney und kehrt zum Arbeiten in seine Heimat nach Canberra zurück, um danach voraussichtlich ein Auslandssemester in Deutschland zu machen. Auf gepackten Koffern in Deutschland sitzt hingegen mein ehemaliger Ipsos Kollege Björn, der Ende nächster Woche auch in Australien aufschlagen wird.

Es ist schon irgendwie verrückt hier...unter Beständigkeit versteht man sicherlich etwas Anderes. Doch das ist Sydney und auch eine Herausforderung, der man sich hier stellen muss. Anfangs habe ich es wohl auch zu ruhig angehen lassen und war erst einmal auf die Arbeits- und Wohnungssuche fokussiert sowie dann darauf den ersten Job auf die Reihe zu kriegen. Inzwischen bin ich - auch seitdem Fabian dabei ist - aktiver bei Meetup unterwegs. Gestern stand ein Teffen der Sydney Friends & Fun Gruppe am Bondi Beach an, wo beim Winterfestival eine Eisbahn direkt am Strand angelegt wurde. Bei immerhin noch 17 Grad in der Mittagssonne ist es schon ein seltsamer Anblick gewesen, direkt am Strand, wo die Surfer noch mit Neoprenanzügen im Wasser lagen, dann mit Schlittschuhen auf einer doch etwas wässrigen Eisfläche Schlittschuh zu laufen. Das Treffen mit der internationalen Truppe mit Leuten aus Australien, Indien, Sri Lanka, Japan, Korea, Italien, England und Deutschland hat auf jeden Fall Spaß gemacht und war wieder eine nette Abwechslung. Das nächste Wochenende ist auch schon wieder verplant.
Am Abend waren Fabian und ich dann mit Michael, den wir noch von der Uni in Perth kennen, beim zweiten Sydney AFL Derby der Sydney Swans gegen die Greater Western Sydney Giants. Draußen vor dem ANZ Stadion habe ich noch einen Spaß gemacht, dass ich mir keinen rot, weißen Schal kaufen werde, da dies bekanntlich die Farben des 1. FC Köln sind. Drinnen im Block kam es dann plötzlich zu der bizarren Situation, dass mir da am anderen Ende der Welt bei einem Australian Rules Football Spiel in einem Stadion mit 22.500 Zuschauern doch tatsächlich jemand mit einem Geißbockschal  vor die Füße läuft. Das Gestichel gegen den Absteiger konnte ich mir als eingefleischter Borusse natürlich nicht ersparen. Das Spiel hingegen verlief wieder sehr ruhig ab. Die Swans besiegten die neugegründeten Giants deutlich mit 132:38.

Montag, 25. Juni 2012

Sponsorship 457 Visum von Nielsen

Bang! Ich habe es geschafft.... Nach zwei Monaten wurde mir bei Nielsen heute die Vertragsverlängerung mit Sponsorship eines 457 Temporary Business (Long Stay) Visums angeboten! 

Erstmal ist aber etwas Papierkram zu erledigen und ich habe noch den IELTS Sprachtest sowie einen Gesundheitstest zu bestehen. Um die Bürokratie zu bewältigen, beschäftigt die Firma einen Einwanderungsberater, der sich hoffentlich bald meiner annehmen wird. Bis zur Erteilung des Visums werde ich weiterhin als Contractor für Nielsen arbeiten. Mein Work and Holiday Visum läuft ja auch noch vier Monate. Dass ich zu diesem Zeitpunkt ein Angebot für ein Sponsorship in der Tasche habe, hätte ich vorher nicht gedacht.

Auch wenn es im Blog überwiegend Bilder von Strand, Meer und strahlend blauem Himmel zu sehen gab, war hier nicht alles eitel Sonnenschein zu Beginn. Mein Mut, den ersten Job im Februar zu kündigen und auf meine eigenen Stärken zu vertrauen, um noch einmal einen neuen Anlauf zu wagen, wurde mit einer zweiten Chance belohnt, die ich genutzt habe. In meinem neuen Job fühle ich mich sehr wohl und die positive Stimmung hat auch dazu beigetragen, dass ich mich in Sydney mehr angekommen fühle. 

Samstag, 23. Juni 2012

Kulinarische Weltreise

In unserer Wohngemeinschaft mit Brenda, Edward und mir sind wir alle keine begnadeten Köche. Im asiatischen Foodcourt in Chinatown (dem besten der Stadt!) werde ich  von der Bedienung schon wiedererkannt und immer freundlich begrüßt. Da merke ich dann, dass ich dort in den letzten Monaten doch einige Zeit verbracht habe.

In den letzten Wochen haben wir an verregneten und kühleren Wintertagen etwas mehr Zeit in der heimischen Küche verbracht. An einem Sonntag habe ich mit unserem Wochenendmitbewohner Fabian die Chinesen mit Pizza in die europäische Küche eingeführt. Dabei kamen recht vielfältige Kreationen heraus.
Im Gegenzug kam Edwards Freundin Kitty dann eine Woche später, um handgemachte Dumplings nach original chinesischem Familienrezept zu machen. Mein Dumpling sah zwar nicht so schick aus, hat aber das Wasserbad trotzdem überstanden. Dafür habe ich dann auch ein Lob der ziemlich anspruchsvollen Chefköchin bekommen, dass mein Dumpling der beste einer westlichen Person sei, den sie bisher gesehen hat.
 
Hmmm, lecker...

Dienstag, 12. Juni 2012

Hunter Valley Weinregion

Während in Deutschland gerade Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Pfingsten gefeiert wurden, sind wir mit Feiertagen in Australien leider nicht gerade gesegnet. 

Am letzten Wochenende stand dann zum Queens Birthday endlich mal ein langes Wochenende an. Eigentlich hat Queen Elizabeth II am 21. April Geburtstag. Da die Regenwahrscheinlichkeit an diesem Tag in London wohl sehr hoch ist, feiern die Engländer (und daher auch die Australier) den Geburtstag der Königin jedoch immer mit einer Parade am zweiten Juni jedes Jahres.

Nachdem wir den 1:0 Sieg der Deutschen im Gruppenspiel gegen Portugal in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der 24/7 Sportsbar im Kasino angeschaut hatten, nahmen wir nach einer kurzen Nacht an einer Tagestour in die Weinregion Hunter Valley teil. 

Kurz nach 7:00 Uhr wurden wir vom Fahrer Keith von Hunter Valley Wine Tasting Tours am Novotel Darling Harbour abgeholt. Die Reisegruppe setzte sich aus Leuten zusammen, die sich über Meet Up Gruppen kennengelernt hatten. Unter anderem waren neben Fabian auch Raphaelle aus Frankreich, Caroline aus USA sowie ihr Freund Chris aus Chile dabei, die wir von den International Friends kennen, und Jason aus Hong Kong, der die Tour organisiert hatte. Daneben waren noch zwei Kanadierinnen, zwei Irinnen und eine Inderin mit an Bord.

Leider war das lange Wochenende in Sydney ziemlich verregnet. Als wir im 220 Kilometer nordwestlich von Sydney gelegenen Hunter Valley ankamen, hatten wir die Regenwolken zum Glück hinter uns gelassen.
Auf dem Tagesplan standen Weinproben in insgesamt 4 Weingütern, Lunch in einer Brauerei sowie ein Zwischenstopp in einer Käse- sowie einer Schokoladenmanufaktur. Wie ihr wisst, bin ich kein ausgewiesener Weinkenner, sondern bodenständiger Biertrinker. Zumindest habe ich an diesem Tag herausgefunden, was mir absolut nicht schmeckt - süße Dessertweine. Pfui Teufel!
Und auch der typische Touristen-Fotostopp für ein paar Kängurus dürfte bei einer solchen Tour natürlich nicht fehlen. Es war schön an diesem Tag mal wieder rauszukommen, neue Leute zu treffen und sich vom Tourguide Keith, der ein echtes Original war, durch die Weinregion fahren zu lassen.
Zurück in Sydney regnete es noch immer. Später gingen wir mit einem Teil der Gruppe dann noch ins Irish Pub PJ O'Briens's, wo an diesem Abend irische Volksmusik dargeboten wurde. Die Stimmung an unserem Tisch war großartig, vielleicht lag es auch daran, dass wir im Gegensatz zu den anderen Gästen schon ein paar Wein intus hatten.