Samstag, 6. Oktober 2012

Labour Day Wochenende in Port Stephens

Am letzten Montag wurde Labour Day (Tag der Arbeit) in NSW gefeiert, so dass wir ein langes Wochenende hatten. Wir nutzten die Gelegenheit, um der Stadt zu entfliehen und das sonnige Frühlingswochenende in Port Stephens zu verbringen, wo ich Anfang des Jahres schon einmal mit Franjo, Charlotte und Co. war.

Nach den positiven Erfahrungen beim letzten Besuch, hatte ich diesmal wieder das Melaleuca Backpackers am One Mile Beach vorgeschlagen. Insgesamt waren wir mit 12 Leuten unterwegs: Caroline, Simran, Fatma, Melissa, Fiona, Jason, Michel, Björn, Calvin, Bart, Pierre und ich - ein bunter Haufen aus Amerika, Indien, Frankreich, Hong Kong, Deutschland, Neuseeland und Holland.
 
Bei Europcar am Novotel hatten wir uns einen Hyundai i30 für dieses Wochenende gemietet und machten uns Samstag Morgen früh auf den Weg von Sydney nach Nelson Bay. Dort trafen wir an der Shoal Bay auf Jason und Michel, die schon am Vortag angereist waren, und machten zunächst einen Walk zum Tomaree Head von wo aus man eine herrliche Aussicht auf die Bucht und den Fingel Spit hatte. Danach gab es erstmal den Fisherman's Basket im besten Fish Chips Laden New South Wales.
Am späten Nachmittag trafen wir am Hostel auf die Mädels, die den Tag am Strand verbracht hatten, und machten ein BBQ im Garten des Hostels. Wie beim letzten Besuch kam auch diesmal wieder ein Possum zu Besuch, um die Reste vom Grill abzuschlecken. 
Am nächsten Morgen entschieden wir uns, eine Kombitour zu buchen und zunächst einmal auf den Dünen am Stockton Beach Sandboarden zu gehen und danach mit einem Boot raus auf das Meer zu fahren, um Delfine und Wale zu beobachten. Port Stephens ist Heimat einer Delfinkolonie, so dass man hier immer sehr gute Chancen hat, Delfine zu sichten. Die Wale wandern gerade mit ihren neugeborenen Kälbern von den warmen Gefilden in Queensland Richtung Süden. Leider hatten wir an diesem Nachmittag aber kein Glück und bekamen keine Wale zu Gesicht, dafür sahen wir aber Delfine und Seelöwen und erhielten einen Gutschein, um am nächsten Tag noch einmal teilzunehmen. Nach dem nächsten BBQ spielten wir am Abend im Hostel Monopoly sowie ein Kartenspiel, das Calvin uns beigebracht hatte. 
Den nächsten Tag ließen wir zunächst ruhig angehen und verpassten die erste Bootstour. Jason, Linda, Simran, Fatma und Fiona gingen Rochen und Haie füttern in einer Art Aquarium. Mir war das zu touristisch, so dass ich lieber die Sonne draußen auf der Bank mit dem Rest der Gruppe genoss. Nach einem Abstecher zum One Mile Beach nahmen wir am späten Nachmittag noch einmal an einem Wale Watching Cruise teil. Diesmal hatten wir auch das Glück, ein Muttertier und ein Kalb zu sehen. Bei meinen bisherigen Walbeobachtungen in Perth und Neuseeland hatte ich immer "nur" Wale an der Wasseroberfläche beim Atmen gesehen oder ihre Flossen beim Eintauchen. Jetzt sah ich zum ersten mal ein Kalb aus dem Wasser springen, wie man es aus Naturfilmen kennt. Auf unserer Fahrt zurück in den Hafen verfolgten Delfine unser Boot, die scheinbar Spaß daran hatten, ein Rennen mit uns auszutragen.
Rundum war es wieder ein schönes, erlebnisreiches Wochenende mit Leuten, die inzwischen hier zu meinen Freunden geworden sind. Wann immer jemand eine Aktivität oder einen Ausflug vorschlägt, findet man eigentlich immer jemanden, der dafür zu begeistern ist. Das ist echt toll! Klar ist es (noch) anders als mit meinen Freunden in der Heimat, die ich seit Jahren kenne und mit denen ich viele tolle Erlebnisse hatte. Aber das kann sich noch weiter entwickeln... Mir ist bewusst geworden, dass ich in weniger als einem Jahr hier in Sydney mehr Leute kennengelernt habe als in Lübeck in den 3 Jahren zuvor. Das liegt sicherlich daran, dass Sydney einem mehr Möglichkeiten bietet und ich hier eine deutlich bessere Work-Life-Balance gefunden habe. Aber ich denke, dass ich mich auch persönlich verändert und an das neue Umfeld angepasst habe.

Eine nächste Tour ist bereits in Planung. Voraussichtlich gehen wir zwischen Weihnachten und Neujahr mal wieder auf Reise...

Donnerstag, 27. September 2012

Heimaturlaub

Ein Jahr nach meiner Ankunft in Australien werde ich das Land wieder verlassen... Diesmal aber MIT einem Rückflugticket! Obwohl ich kein Heimweh habe und ich mich eigentlich auch nicht urlaubsreif fühle, steht Ende Oktober Heimaturlaub in Deutschland an. 

Inzwischen bin ich seit über einem Jahr am anderen Ende der Welt unterwegs und dachte mir, dass es schön sei mal wieder vorbeizuschauen, Familie und Freunde zu treffen, ein Fußballspiel im Stadion zu sehen und an der Hochzeit von Daniel & Susanne teilzunehmen.

In nur einem Monat geht die Reise los...

Dienstag, 11. September 2012

Festival of Winds

Am letzten Sonntag fand das "Festival of Winds" statt, bei dem der strahlend blaue Himmel über Bondi Beach von bunten Drachen belagert wurde. Darunter waren auch ein paar riesige Exemplare, u.a. ein Wal und Quallen.
Das war nicht nur ein tolles Bild für kleine Kinder. Sobald in Sydney ein Festival stattfindet - davon gibt es während des Jahres recht viele - und dann auch noch die Sonne scheint, hat man das Gefühl, dass die ganze Stadt auf den Beinen ist.

Die frische Seeluft tat auch gut, da am Tag zuvor Fabian's Abschieds Pub Crawl stattgefunden hatte. Jason hatte dazu wieder eine Route erstellt, die uns in verschiedene Bars im Stadtteil Glebe geführt hatte. Inzwischen hat sich über Meetup ein kleiner Freundeskreis gebildet, mit dem wir auch außerhalb immer mal wieder was unternommen haben. 

Fabian kannte ich schon aus Perth und er war seit Anfang Februar in Sydney. Er hat dazu beigetragen, dass ich mich hier inzwischen richtig wohl fühle nach den leichten Anlaufschwierigkeiten zu Beginn. Er wird zunächst einmal zurück nach Deutschland gehen, um dort die nächsten beruflichen Schritte zu machen, da es für (Psychologie-) Absolventen im australischen Arbeitsmarkt dann wohl doch etwas schwieriger ist.

Mein ehemaliger Kollege Björn hat übrigens inzwischen auch einen Job in der Marktforschung in Sydney (bei der Konkurrenz) gefunden und der Amerikanerin Caroline wurde ein 457 Visum angeboten. Bei ihnen wird der Aufenthalt dann wohl hoffentlich etwas länger dauern.

Freitag, 24. August 2012

Winter down under

Eigentlich schreibe ich ja ungern über das Wetter. Aber in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass der strahlend blaue Himmel im Winter echt gute Laune macht! Diese positive Erinnerung hatte ich damals aus Perth mitgenommen und der Wunsch danach hatte sicher auch mein Fernweh getrieben. Auch jetzt fühle ich wieder, wie positiv sich das gute Wetter auf meine eigene Stimmungslage auswirkt. 

Wenn ich morgens früh dran bin, schlender ich durch den Darling Harbour zur Arbeit und setze mich dort ein paar Minuten auf die Holztreppen ans Wasser mit Blick auf die Skyline und die große Australien Fahne, um Sonne zu tanken, die morgens um 8:20 Uhr über den Wolkenkratzern der Stadt steht und schon gut wärmt. In der Mittagspause nehme ich mein Essen mit in den Park, um dort unter Palmen zu essen.

Mein Trainer sagte mir letztens, dass ich nicht wie jemand aussehe, der gerade viel Stress hat. Mein Mitbewohner Edward meinte gestern, dass ich glücklich aussehe, als ich genüsslich meine Mandarine aß. Und meine Eltern sagten beim Skypen, dass man sieht, dass es mir gut geht. In der Tat fühle ich mich gerade zufrieden und entspannt hier. Es lässt sich aushalten...

Ian Thorpe Aquatic Centre

Seit diesem Monat bin ich wieder Mitglied in einem Fitnessstudio. Die Sportbegeisterung während der olympischen Spiele in London sowie der bevorstehende Sommer haben mich dazu motiviert, doch mal wieder etwas aktiver zu werden.


Im Ian Thorpe Aquatic Centre gab es ein "10 Besuche für $10" Angebot, so dass ich das Studio erstmal austesten konnte. Das Centre bietet neben dem Fitnessbereich und Gruppenkursen, ein Olympia-Schwimmbecken mit 50 Meter Bahnen sowie Dampfbad und Sauna. Die Sportstätte liegt im Stadtteil Ultimo nur etwa 5 Minuten von meiner Wohnung entfernt, so dass ich dort gemütlich nach dem Feierabend hingehen kann. Gut ist auch, dass man hier nicht einmal einen Vertrag unterschreiben muss, sondern einfach seinen Beitrag vierzehntägig bezahlt.

Letztens hatte ich eine recht unterhaltsame Einweisung mit Trainer Chris, der Wert darauf legt, dass man sich von dem Fitnessgehabe nicht einschränken lässt, sondern rät, das Leben zu genießen, wozu auch ein richtig gutes Essen nach dem Training und das Freitag Abend Bier gehört. So etwas habe ich bisher noch von keinem Trainer zu hören bekommen.

Freitag, 3. August 2012

457 Visum granted!

Als ich heute Morgen auf der Arbeit den Computer hochgefahren hatte und meine E-Mails abrief, las ich folgenden Satz meines Einwanderungsberaters Motomu von Fragomen:

"Dear Mario, I am pleased to advise that you have been granted a Subclass 457 visa. It is valid until 2 August 2016."

Was für ein Moment! Am liebsten hätte ich gleich wieder die Griffel fallen gelassen, um gegen 8:45 Uhr in die nächste Kneipe zu gehen. Doch das passte leider nicht! Auf dem Heimweg gingen mir Gedanken durch den Kopf, wie ich es eigentlich bis hierhin geschafft habe.

In Deutschland hatte ich viel in Foren gelesen, dass es möglich ist innerhalb des Work and Holiday Jahres einen Sponsor zu finden, und vor Ort habe ich dann auch öfter Leute getroffen, denen das gleiche Schicksal widerfahren ist. Nun bin ich einer von ihnen...

Allen, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben und auch die Freude über das Visum mit mir teilen, sage ich an dieser Stelle ein großes Dankeschön!

Mittwoch, 1. August 2012

Borussiaroos

Zum 112. Geburtstag der Borussia habe ich heute offiziell den ersten Borussia Mönchengladbach Fanclub in Australien ins Leben gerufen.

Bei Bundesliga Fans Australia wurde bisher kein Gladbach Fanclub gelistet, so dass ich mich nach der glorreichen letzten Saison der Sache angenommen habe, nachdem ich nun auch Gewissheit hatte, hier etwas länger im Land zu verweilen.
In den letzten Monaten hatte ich 9 Borussia Fans im ganzen Land ausfindig gemacht, die 14.000 bis 16.500 Kilometer fernab des Borussia Parks die schwarz-weiß-grünen Farben auf dem roten Kontinenten tragen. Unser Club umfasst derzeit insgesamt 9 Mitglieder - 4 in Melbourne, 2 in Perth, 1 in Sydney und 2 Work and Holiday Maker, die gerade in Darwin sind. Aber ich bin mir sicher, dass es noch mehr da draußen gibt...

Unser Logo zeigt die Borussia-Raute im australische Nationalwappen. Die Raute wird von einem Emu und einem Kangaroo, dem australischen Nationaltier, gehalten. Im Landeswappen wurden beide Tiere gewählt, da sie typisch für Australien sind und sich nicht rückwärts fortbewegen können. Das soll den Fortschritt und die Vorwärtsgewandtheit Australiens unterstreichen und trifft hoffentlich auch auf die Zukunft unserer Borussia zu. In diesem Sinne auf eine erfolgreiche Saison!

Samstag, 28. Juli 2012

Alltag Down Under


Es ist ganz schön ruhig geworden hier. Schon wieder ist fast ein Monat vorbei und ich sehe gerade, dass ich diesen Monat noch gar nichts hier geschrieben habe. Das liegt wohl daran, dass mehr oder weniger der Alltag seinen Einzug gehalten.

In der letzten Zeit ist mir auch aufgefallen, dass ich mich richtig angekommen fühle in der Stadt, was man an vielen verschiedenen Kleinigkeiten festmachen kann, so zum Beispiel wenn ich...
  • ...mitten auf George Street im Feierabendtrubel zufällig an der Ampel eine Bekannte aus einer Meetupgruppe treffe
  • ...draußen beim Löwenbräu am Sonntag Nachmittag sitze und dann plötzlich Lisa, die mit uns in Port Stephens war, sich dazugesellt und von ihrer Reise entlang der Ostküste erzählt
  • ...den Verkehr so lesen kann und die Ampelschaltung kenne, dass ich weiß, wo ich das Rotlicht getrost ignorieren kann, während die Touristen noch immer warten
  • ...im Foodcourt von der chinesischen Bedienung mit einem freundlichen Lächeln als Stammkunde wieder begrüßt werde und sie meine bevorzugten Speisen schon kennt
  • ...beim koreanische Friseur dem Scherenkünstler keine Anweisungen mehr geben brauche
  • ...sonntags Abend ins Irish Pub zur Live Musik gehe und die Band weiß, dass gleich von unserem Tisch aus die Stimmung überschwappen wird
  • …mich wieder nach einem Fitnessstudio in der Gegend umschaue und ins Ian Thorpe Aquatic Centre zum Probetraining gehe.
Das mag sich zwar alles ziemlich banal anhören, aber mit der Gewissheit über das Sponsorship und die Vertragsverlängerung bei Nielsen fühlt es sich schon gut an, wieder etwas mehr gesettelt zu sein, auch wenn ich weiß, dass ich es mir hier nicht zu bequem machen darf.

Trotz Winter, der sehr angenehm ist (Vorhersage für die nächsten Tage 17-20 Grad) ist bisher auch keine Langeweile aufgekommen. Mit Jacqueline, Kin und Fabian war ich jetzt zweimal an der Macquarie University beim Badminton zur Social Session. Im Kino haben wir uns in den letzten Wochen TED und Spiderman in 3D angesehen. Gestern habe ich an einem Buschwalk von Thornleigh nach Hornsby teilgenommen. Heute hatten wir ein BBQ im Pyrmont Point Park, wo wir auch Frisbee gespielt haben.

Daneben gibt es auch wieder Neues aus der Kategorie "Kommen und Gehen". Meinen ehemaligen Ipsos Kollegen Björn, der mir dort die letzten 1,5 Jahre im Büro gegenüber saß, hat es nun auch von der grünen Insel im Osten namens Neuseeland hierher verschlagen. Da meine Vermieterin Brenda uns letzten Mittwoch leider verlassen hat, um nach Shanghai zu ihren Eltern zurückzukehren, ist Björn jetzt erst einmal vorübergehend bei uns eingezogen.

Mein Travelbug ist gerade ziemlich beruhigt. Mal schauen, ob ich bald noch einmal einen Wochenendtrip unternehmen werde. Noch spiele ich mit dem Gedanken, diesen Winter mal in das Skigebiet Snowy Mountains zu fahren, um mir davon mal ein Bild zu machen...

Samstag, 30. Juni 2012

Winter Wochenende in Sydney

Leider standen an diesem Wochenende wieder zwei (zumindest vorübergehende) Abschiede an. Am Freitag Abend wurde die Französin Raphaelle verabschiedet, die ich beim ersten Meetup der Sydney Newcomer kennengelernt hatte. Sie wird jetzt erst einmal entlang der Ostküste Richtung Cairns reisen.  Leider verlässt auch unser Aussie mate Michael Sydney und kehrt zum Arbeiten in seine Heimat nach Canberra zurück, um danach voraussichtlich ein Auslandssemester in Deutschland zu machen. Auf gepackten Koffern in Deutschland sitzt hingegen mein ehemaliger Ipsos Kollege Björn, der Ende nächster Woche auch in Australien aufschlagen wird.

Es ist schon irgendwie verrückt hier...unter Beständigkeit versteht man sicherlich etwas Anderes. Doch das ist Sydney und auch eine Herausforderung, der man sich hier stellen muss. Anfangs habe ich es wohl auch zu ruhig angehen lassen und war erst einmal auf die Arbeits- und Wohnungssuche fokussiert sowie dann darauf den ersten Job auf die Reihe zu kriegen. Inzwischen bin ich - auch seitdem Fabian dabei ist - aktiver bei Meetup unterwegs. Gestern stand ein Teffen der Sydney Friends & Fun Gruppe am Bondi Beach an, wo beim Winterfestival eine Eisbahn direkt am Strand angelegt wurde. Bei immerhin noch 17 Grad in der Mittagssonne ist es schon ein seltsamer Anblick gewesen, direkt am Strand, wo die Surfer noch mit Neoprenanzügen im Wasser lagen, dann mit Schlittschuhen auf einer doch etwas wässrigen Eisfläche Schlittschuh zu laufen. Das Treffen mit der internationalen Truppe mit Leuten aus Australien, Indien, Sri Lanka, Japan, Korea, Italien, England und Deutschland hat auf jeden Fall Spaß gemacht und war wieder eine nette Abwechslung. Das nächste Wochenende ist auch schon wieder verplant.
Am Abend waren Fabian und ich dann mit Michael, den wir noch von der Uni in Perth kennen, beim zweiten Sydney AFL Derby der Sydney Swans gegen die Greater Western Sydney Giants. Draußen vor dem ANZ Stadion habe ich noch einen Spaß gemacht, dass ich mir keinen rot, weißen Schal kaufen werde, da dies bekanntlich die Farben des 1. FC Köln sind. Drinnen im Block kam es dann plötzlich zu der bizarren Situation, dass mir da am anderen Ende der Welt bei einem Australian Rules Football Spiel in einem Stadion mit 22.500 Zuschauern doch tatsächlich jemand mit einem Geißbockschal  vor die Füße läuft. Das Gestichel gegen den Absteiger konnte ich mir als eingefleischter Borusse natürlich nicht ersparen. Das Spiel hingegen verlief wieder sehr ruhig ab. Die Swans besiegten die neugegründeten Giants deutlich mit 132:38.

Montag, 25. Juni 2012

Sponsorship 457 Visum von Nielsen

Bang! Ich habe es geschafft.... Nach zwei Monaten wurde mir bei Nielsen heute die Vertragsverlängerung mit Sponsorship eines 457 Temporary Business (Long Stay) Visums angeboten! 

Erstmal ist aber etwas Papierkram zu erledigen und ich habe noch den IELTS Sprachtest sowie einen Gesundheitstest zu bestehen. Um die Bürokratie zu bewältigen, beschäftigt die Firma einen Einwanderungsberater, der sich hoffentlich bald meiner annehmen wird. Bis zur Erteilung des Visums werde ich weiterhin als Contractor für Nielsen arbeiten. Mein Work and Holiday Visum läuft ja auch noch vier Monate. Dass ich zu diesem Zeitpunkt ein Angebot für ein Sponsorship in der Tasche habe, hätte ich vorher nicht gedacht.

Auch wenn es im Blog überwiegend Bilder von Strand, Meer und strahlend blauem Himmel zu sehen gab, war hier nicht alles eitel Sonnenschein zu Beginn. Mein Mut, den ersten Job im Februar zu kündigen und auf meine eigenen Stärken zu vertrauen, um noch einmal einen neuen Anlauf zu wagen, wurde mit einer zweiten Chance belohnt, die ich genutzt habe. In meinem neuen Job fühle ich mich sehr wohl und die positive Stimmung hat auch dazu beigetragen, dass ich mich in Sydney mehr angekommen fühle. 

Samstag, 23. Juni 2012

Kulinarische Weltreise

In unserer Wohngemeinschaft mit Brenda, Edward und mir sind wir alle keine begnadeten Köche. Im asiatischen Foodcourt in Chinatown (dem besten der Stadt!) werde ich  von der Bedienung schon wiedererkannt und immer freundlich begrüßt. Da merke ich dann, dass ich dort in den letzten Monaten doch einige Zeit verbracht habe.

In den letzten Wochen haben wir an verregneten und kühleren Wintertagen etwas mehr Zeit in der heimischen Küche verbracht. An einem Sonntag habe ich mit unserem Wochenendmitbewohner Fabian die Chinesen mit Pizza in die europäische Küche eingeführt. Dabei kamen recht vielfältige Kreationen heraus.
Im Gegenzug kam Edwards Freundin Kitty dann eine Woche später, um handgemachte Dumplings nach original chinesischem Familienrezept zu machen. Mein Dumpling sah zwar nicht so schick aus, hat aber das Wasserbad trotzdem überstanden. Dafür habe ich dann auch ein Lob der ziemlich anspruchsvollen Chefköchin bekommen, dass mein Dumpling der beste einer westlichen Person sei, den sie bisher gesehen hat.
 
Hmmm, lecker...

Dienstag, 12. Juni 2012

Hunter Valley Weinregion

Während in Deutschland gerade Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Pfingsten gefeiert wurden, sind wir mit Feiertagen in Australien leider nicht gerade gesegnet. 

Am letzten Wochenende stand dann zum Queens Birthday endlich mal ein langes Wochenende an. Eigentlich hat Queen Elizabeth II am 21. April Geburtstag. Da die Regenwahrscheinlichkeit an diesem Tag in London wohl sehr hoch ist, feiern die Engländer (und daher auch die Australier) den Geburtstag der Königin jedoch immer mit einer Parade am zweiten Juni jedes Jahres.

Nachdem wir den 1:0 Sieg der Deutschen im Gruppenspiel gegen Portugal in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der 24/7 Sportsbar im Kasino angeschaut hatten, nahmen wir nach einer kurzen Nacht an einer Tagestour in die Weinregion Hunter Valley teil. 

Kurz nach 7:00 Uhr wurden wir vom Fahrer Keith von Hunter Valley Wine Tasting Tours am Novotel Darling Harbour abgeholt. Die Reisegruppe setzte sich aus Leuten zusammen, die sich über Meet Up Gruppen kennengelernt hatten. Unter anderem waren neben Fabian auch Raphaelle aus Frankreich, Caroline aus USA sowie ihr Freund Chris aus Chile dabei, die wir von den International Friends kennen, und Jason aus Hong Kong, der die Tour organisiert hatte. Daneben waren noch zwei Kanadierinnen, zwei Irinnen und eine Inderin mit an Bord.

Leider war das lange Wochenende in Sydney ziemlich verregnet. Als wir im 220 Kilometer nordwestlich von Sydney gelegenen Hunter Valley ankamen, hatten wir die Regenwolken zum Glück hinter uns gelassen.
Auf dem Tagesplan standen Weinproben in insgesamt 4 Weingütern, Lunch in einer Brauerei sowie ein Zwischenstopp in einer Käse- sowie einer Schokoladenmanufaktur. Wie ihr wisst, bin ich kein ausgewiesener Weinkenner, sondern bodenständiger Biertrinker. Zumindest habe ich an diesem Tag herausgefunden, was mir absolut nicht schmeckt - süße Dessertweine. Pfui Teufel!
Und auch der typische Touristen-Fotostopp für ein paar Kängurus dürfte bei einer solchen Tour natürlich nicht fehlen. Es war schön an diesem Tag mal wieder rauszukommen, neue Leute zu treffen und sich vom Tourguide Keith, der ein echtes Original war, durch die Weinregion fahren zu lassen.
Zurück in Sydney regnete es noch immer. Später gingen wir mit einem Teil der Gruppe dann noch ins Irish Pub PJ O'Briens's, wo an diesem Abend irische Volksmusik dargeboten wurde. Die Stimmung an unserem Tisch war großartig, vielleicht lag es auch daran, dass wir im Gegensatz zu den anderen Gästen schon ein paar Wein intus hatten.  

Samstag, 9. Juni 2012

Euro 2012

Viertausend Kilometer weiter westlich habe ich vor etwa vier Jahren diesen Blogeintrag zur Euro 2008 geschrieben. Jetzt bin ich wieder in Australien und muss das Turnier aus der Ferne verfolgen. 

So langsam kommt dann trotz der Distanz und der Zeitverschiebung endlich auch etwas Fußballfieber hier bei mir auf. Auf der Arbeit haben wir eine kleine Tipprunde gestartet und gestern habe ich kurzfristig vor Anpfiff des Turniers ein Monatsabo für Setanta Sports abgeschlossen, wo ich nun alle Spiele live per Internetstream verfolgen kann. Setanta ist ein PayTV Sender, der die Übertragungsrechte an der Euro hält. Der Online-Zugang kostet nur $17 pro Monat (ca. 13,50 Euro) und u.a. überträgt Setanta auch europäische Ligen und die Championsleague.

Wegen der Zeitverschiebung sind die Übertragungszeiten natürlich etwas ungünstig, so dass ich die meisten Spiele der Deutschen dann wohl lieber morgens um 2:00h bzw. 4:45h noch aus dem Bett verfolgen werde und mir abends nach der Arbeit Zusammenfassungen anschauen werde.

Zum ersten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Portugal werde ich in der kommenden Nacht mit Fabian ins Star Kasino zum Public Viewing gehen, wo das Spiel auf Großbildleinwändern gezeigt wird. Ich bin mal gespannt, wie viele Deutsche es dorthin verschlägt - es gibt ja eigentlich genügend davon hier. Im Jahr 2008 sahen wir den grandiosen 3:2 Sieg der Deutschen gegen Portugal im Burswood in Perth. Die Geschichte darf sich heute gerne wiederholen.  

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Turnier! Auf geht's Deutschland!

Dienstag, 29. Mai 2012

Vivid Festival - A Festival of Light, Music and Ideas

Am Wochenende hat in Sydney das Vivid Festival begonnen, ein zweiwöchiges Festival für das Zusammenspiel von Licht, Musik und neuen Ideen.

Rund um Circular Quay und im Stadtteil The Rocks gehen jeden Abend um 18:00h die Lichter an. Es gibt unter anderem sehr beeindruckende Lichtprojektionen auf das Opera House, Customs House sowie das Museum of Contemporary Art zu bewundern. 

Letzten Samstag habe ich mir die Ausstellungen rund um Circular Quay angesehen. Die Vorfreude in der Stadt auf das Festival war groß und es waren auch dementsprechend viele Leute unterwegs. Am Wochenende werde ich sicher noch einmal vorbeischauen und mir die restlichen Exponate ansehen.
Da statische Fotos das ganze Spektakel nicht wiedergeben können, poste ich hier auch mal ein Video von YouTube. Einfach anklicken und das Video abspielen lassen... Das hat schon was!

Mittwoch, 23. Mai 2012

Canberra im Herbst

Am letzten Wochenende habe ich mit Fabian eine Tour in die australische Hauptstadt Canberra unternommen. Obwohl Canberra die Hauptstadt Australiens ist, verschlägt es hier deutlich weniger Touristen hin als beispielsweise nach Sydney oder Melbourne, da es abseits der Touristenroute entlang der Küsten im Bundesstaat Australian Capital Territory etwa 300 km südwestlich von Sydney liegt.
Nachdem ich nun das zweite Mal in Australien bin und das ACT der einzige bisher noch nicht von mir besuchte Bundesstaat war, wollte ich mir ein eigenes Bild von der Stadt machen. Die Bewertungen der Hauptstadt gingen weit auseinander. Es scheint so, als ob man diese Stadt, die im Jahr 1911 in einem Design Wettbewerb auf dem Reißbrett geplant wurde, entweder liebt oder hasst. Da Melbourne und Sydney sich zu dieser Zeit um den Regierungssitz stritten, wurde Canberra als Kompromisslösung gegründet.

Am Freitag Abend traten wir nach getaner Arbeit die 3-stündige Fahrt mit dem Murrays Bus von Sydney nach Canberra an. Eigentlich hatte ich ja gedacht, den dicken Fleece in Australien nicht mehr tragen zu brauchen. Doch zum Glück waren wir vorgewarnt, denn in Canberra erwartete uns kühle Nächte und Morgenstunden mit Minustempearturen. Am ersten Morgen zeigte das Thermometer -3 Grad an. Zum Glück war es während des Tages aber dann immer sonnig und deutlich wärmer, was nicht zuletzt auch wegen der bunten Blätter an schöne Herbsttage in der Heimat erinnerte.
 
Warm verpackt traten wir nach dem Frühstück am ersten Tag den Fußmarsch zur Anzac Parade und dem War Memorial an. Das Australian War Momerial ist die nationale Gedenkstätte für gefallene, australische Soldaten, die in den Weltkriegen und anderen Konflikten mit australischer Beteiligung ihr Leben für das Land gelassen haben.
Wir schlossen uns hier einer mehr als 1,5-stündigen Führung an, die auch das angeschlossene Militärmuseum mit einschloss. Unter anderem werden Kriegsszenen hier plastisch in Modellbauten veranschaulicht.
Entlang der Denkmäler spezifischer Kriege und Truppen gingen wir dann über die Anzac Parade und durch den Park am Lake Burley Griffin in das heutige Regierungsviertel. 

Dieser Stadtteil wirkte mit seinen breiten mehrspurigen Straßen und weiten Grünanlagen zwischen den einzelnen Verwaltungsgebäuden und Museen  am Wochenende wie ausgestorben. Hier besuchten wir das Wissenschafts- und Technologiemuseum Questacon, das interaktive Ausstellungen mit "hands on experience" und Unterhaltungswert zu bieten hatte. 
Von dort aus ging es dann weiter vom Old Parliament House zum Parliament House am Capital Hill, das seit 1988 Sitz der australische Regierung ist. Wir entschlossen uns dazu, am nächsten Tag hier noch einmal eine Führung mitzumachen.
Nachdem wir in der Nacht die unverdiente Niederlage der Bayern gegen Chelsea im diesjährigen Champions League Finale gesehen hatte, kam die zweite schlechte Nachricht beim morgendlichen Duschen, als es im Hostel kein warmes Wasser gab. Den Tag ließen wir zunächst ruhig angehen und nahmen dann einen Bus zum Parliament. Auf der Führung lernten wir Interessantes zur Architektur des Gebäudes und bekamen einen Einblick in die Sitzungssäle des House of Representatives (grün) und des Senates (rot). Von oben betrachtet hat das Gebäude die Form zweier Boomerangs. Das Mosaik auf dem Vorplatz erinnert an die Aboriginal Kultur und die Ursprünge des Landes. Höchster Punkt des Gebäudes bildet ein 81 Meter hoher Fahnenmast.
Insgesamt ist Canberra eine interessante Stadt, die meiner Meinung nach auch sehenswert ist. Ich verstehe, wenn Touristen, den Abstecher hierhin scheuen. Für mich war es aber, nachdem ich insgesamt nun 1,5 Jahre in Australien gelebt habe und gerade auch wegen seiner Nähe zu Sydney, definitiv eine Reise wert. Die Ruhe in der Stadt und frische Luft in der Natur hatte auch etwas von Naherholung.